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Natürliche Hormontherapie – pflanzlich oder bioidentisch?

Viele Frauen in der Perimenopause oder Menopause stehen vor einem Dilemma:
Sie leiden unter Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Erschöpfung – möchten aber keine Hormone „leichtfertig“ einnehmen. Die eigentliche Frage lautet meist nicht: Pflanzlich oder bioidentisch? Sondern: Wie kann ich meine Hormone regulieren, ohne meinem Körper zu schaden?

Warum so viel Unsicherheit besteht

Viele Frauen sorgen sich vor Nebenwirkungen oder langfristigen Risiken. Gleichzeitig erleben sie, dass Hormone teilweise pauschal verordnet werden – ohne differenzierte Diagnostik oder individuelle Anpassung. Der Wunsch nach einer natürlichen, gut begleiteten Lösung ist daher sehr nachvollziehbar.
Eine fundierte Entscheidung braucht vor allem transparente Information und eine individuelle Betrachtung.

Hormonstatus klären – Grundlage jeder Therapie

Bevor über eine hormonelle Unterstützung gesprochen wird, sollte der aktuelle Hormonstatus bekannt sein. In meiner Praxis arbeite ich häufig mit einem Speicheltest. Er misst die biologisch aktiven freien Hormone wie Progesteron, Östradiol, DHEA und Cortisol. So lässt sich erkennen, ob beispielsweise ein Progesteronmangel, eine Östrogendominanz oder eine Stressbelastung vorliegt. Erst auf dieser Grundlage wird entschieden, welche Form der Unterstützung sinnvoll ist. Mein Grundsatz lautet:
So viel Unterstützung wie nötig – so wenig Eingriff wie möglich.

Bioidentische Hormone – was bedeutet das?

Bioidentische Hormone sind in ihrer Struktur identisch mit körpereigenen Hormonen wie Östradiol oder Progesteron. Sie können individuell dosiert werden und binden an die gleichen Rezeptoren wie die körpereigenen Hormone.  Sie bieten die Möglichkeit einer gezielten Unterstützung bei deutlichem Hormonmangel oder ausgeprägten Beschwerden. Gleichzeitig erfordern sie eine präzise Dosierung und regelmäßige Kontrolle. Ein wichtiger Unterschied zu einer rein ärztlichen Standardverordnung ist meine begleitende Betreuung: Wenn bioidentische Hormone eingesetzt werden, überprüfe ich regelmäßig Dosierung, Symptome und Verträglichkeit. Gerade in der Perimenopause können Hormonspiegel stark schwanken. Eine einmal festgelegte Dosierung bleibt selten dauerhaft passend. Viele Frauen berichten, dass diese engmaschige Begleitung im gynäkologischen Alltag oft nicht ausreichend möglich ist. Für mich ist sie jedoch ein zentraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Hormontherapie.

Pflanzliche Hormone (Phytoöstrogene)

– natürliche Regulation

Phytoöstrogene sind pflanzliche Substanzen mit hormonähnlicher Wirkung, etwa aus Rotklee oder Traubensilberkerze. Sie wirken regulierend und sind besonders in der frühen Perimenopause oder bei moderaten Beschwerden häufig sinnvoll. Sie gelten als sanftere Option und lassen sich gut mit Ernährung, Mikronährstoffen und Stressregulation kombinieren. Allerdings benötigen sie Zeit und reichen bei starkem Hormonmangel nicht immer aus. Natürlich bedeutet nicht automatisch ausreichend – entscheidend ist die individuelle Situation.

Richtig ausgewählt und individuell kombiniert können sie sehr wirksam sein – insbesondere:

  • bei frühen hormonellen Dysbalancen

  • bei moderaten Wechseljahresbeschwerden

  • bei funktioneller Östrogendominanz

  • bei Stress-bedingten Schwankungen